1. Theorie ist wichtig
Lies so viel wie möglich über Poker, bilde dich weiter, analysiere und denke.
2. Praxis auch
Spiele so viel wie möglich, zu Anfang so günstig wie möglich. Erfahrung zählt! Durchdenke bewusst jeden Spielzug, das bringt Lernerfolg „by doing“.
3. Situation erfassen
Elementar ist das Erfassen der konkreten Spielsituation, in der du dich befindest und die sich permanent ändert. Welche Position hast du am Tisch? Welche Starthand hältst du? Wie viele Spieler sind noch im Spiel? Wie hoch sind die Blinds? Wie viele Hände hast du noch Zeit, bis du in die Blinds kommst? Wie viele Hände haben deine Gegner noch Zeit, bis sie in die Blinds kommen? Welche Aktionen sind vor dir erfolgt? Wie viele Spieler können nach dir noch handeln? Und ganz wichtig: Was machst du, wenn dein Gegner dich raist?
4. Angemessen handeln
Deine durchzuführende Aktion ist an die Situation anzupassen. Wenn ein Spieler vor dem Flop erhöht, kann man ihm zumindest unterstellen, dass er Interesse hat, gerade diesen Pot zu gewinnen. Wir brauchen also einen Grund, der ihn von diesem Vorhaben abbringt, wenn wir die Hand vorzeitig gewinnen wollen (z.B. durch einen Bluff). Besteht dieser Grund in der Situation nicht (wir haben eine schwache Hand, Flop nicht getroffen) oder können wir dem Gegner aufgrund der Situation keinen vortäuschen, dann wissen wir, dass diese Hand bis zum Showdown geht. Haben wir im Showdown wahrscheinlich die schlechtere Hand und können wir die Hand nicht vorzeitig gewinnen, dann bleiben wir besser so früh wie möglich aus der Hand.
5. Geduldig sein
Eine ganz wichtige Eigenschaft eines Poker-Spielers ist das geduldige Warten auf die richtige Situation. Ruhe bewahren, sie wird kommen.
6. Richtiges Bieten
Die meisten Neulinge, aber auch Fortgeschrittene, bieten falsch. Sie setzen irgendeinen Betrag, um den Gegner aus der Hand zu bekommen. Bevor man einen Betrag setzt, sollte man sich jedoch zwei Fragen stellen:
1. Geht eine schwächere Hand als meine dieses Gebot mit?
2. Wird der Gegner eine stärkere Hand auf das Gebot weglegen bzw. folden?
Lauten beide Antworten "Ja", dann hat man zu bieten. Lauten beide Antworten "Nein", dann ist unter keinen Umständen zu bieten. Grenzfälle - also eine Antwort "Ja" und eine "Nein" - sind anhand der übrigen Situation zu entscheiden.
7. Wenig Bluffen
Viele Spieler in Online-Turnieren bluffen sich um ihren ganzen Stack. Solides Spiel mit guten Karten und seltenes, an die Situation angepasstes Bluffen bringen den Erfolg.
8. Preflop All-Ins meiden
Je mehr All-In-Situationen ein Spieler nimmt, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit seines Ausscheidens - ganz gleich, wie stark seine Starthand ist. Im besten Fall ist er "nur" ein 80%-Favorit, aber nicht der sichere Sieger der Hand (natürlich nehmen auch wir eine solche Chance). Das Vermeiden von All-In-Situationen in marginalen Situationen ist ein elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Turnierstrategie.
9. Bloss nicht...
... vergessen, rechtzeitig aufzuhören! Nichts ist schlimmer, als zu "tilten". Nur spielen, wenn man emotional ausgeglichen und konzentriert ist. Poker ist ein Sport, man muss gedanklich fitter sein als seine Gegner. Profis halten 10 Stunden Poker am Stück für die Maximaldauer, in der man Leistung bringen kann. Dies allerdings im Live-Poker. Internet-Poker ist etwa 2-3-mal schneller, d.h. es werden 2-3x so viele Hände in dieser Zeit gespielt - im schlimmsten Fall an mehreren Tischen gleichzeitig. Demnach sollte die Obergrenze eher bei 3-4 Stunden liegen - so lange dauern auch die meisten Multi-Table-Turniere, wenn man an den Finaltisch kommt.
10. Im richtigen Moment das Falsche tun
Wenn alle Spieler zu jeder Zeit theoretisch richtig spielen, wird sich kaum ein Vorteil erarbeiten lassen. Das wissen auch Weltklasse-Spieler und zählen eben darum zur Elite der Branche. Genau das zu tun, was in einer bestimmten Situation von einem bestimmten Spieler nicht erwartet wird, bringt den Vorsprung!

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